Numa - Sumpfland
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NUMA – Das Sumpfland von Yasuaki Kitagawa

Die Weißfrauen Diakoniekirche ist kein einfach zu gestaltender Raum. Die bunten Glasfenster und der sich gegenüber dem Eingang erhebende Altar sind sehr dominant, während der helle Steinboden mit seinen grauen Fugen zumindest schlicht und freundlich wirkt. Er scheint der Ausgangspunkt für Yasuaki Kitagawa zu sein, dessen Installation aus Metall und Holz nicht nur die Farbigkeit, sondern auch die Formen des Bodens aufnimmt. NUMA – Das Sumpfland nennt Kitagawa den Parkour aus einem Holzsteg der durch ein Feld hauchdünner Aluplatten Richtung Altar führt. Die Platten, groß wie Pfützen, sind über einen kaum sichtbaren Zug- und Druckmechanismus mit dem Steg verbunden, werden bei jedem Schritt über Drähte in Schwingung gebracht, was wiederum Töne hervorbringt, die an das entfernte Donnern eines Gewitters erinnern. Im Gehen kommen verschiedene Bilder hoch. Man denkt an das schon länger zurückliegende Erlebnis einer Geisterbahn, deren unstabiler Boden einem als Kind Spass und Gänsehaut zugleich bescherte, aber auch an den letzten Spaziergang durchs Naturschutzgebiet, durch das man ebenfalls auf festgeschrieben Wegen wanderte. Amüsiert und beeindruckt läuft man noch ein zweites, drittes Mal über den schwankenden Steg und freut sich an den Wellen und dem Lärm den man verursacht. Doch dann verändert sich der Schritt, man bleibt stehen und hört in die Stille. Und plötzlich öffnet sich ein weiterer Raum. War man zunächst vom Widerhall der Installation umschlossen, macht sich jetzt in der Stille, das Ohr neugierig auf, auch die leisesten, entferntesten Geräusche zu erkunden. Vögel draußen singen ihm was vor. Auch das Auge erhält neue Reize. Auf den Pfützen tanzt buntes Licht. Immer mehr verbindet sich das Außen mit dem Innen. In Japan ist Sumpfland fruchtbares Land. Ich freue mich, dass ich es gesehen habe.
Numa - Sumpfland
NUMA – Das Sumpfland war bis zum 30. Juni 2017 in der Weißfrauen Diakoniekirche zu sehen.

 

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