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THEODOR W. ADORNO : VORLESUNGEN ZUR ÄSTHETIK 1967-1968

Nirgendwo zeigte sich die enge Beziehung, aber auch der Konflikt zwischen kritischer Theorie und Protestbewegung der 60er Jahren so deutlich wie in Frankfurt, wo Adorno seine Studenten zum geistigen Widerstand erzog, von politischem Aktivismus jedoch nichts wissen wollte. Widerstand sah Adorno nicht auf der Straße, sondern in der Kunst. Bis zu seinem Tod 1969 arbeite er an einem Buch über Ästhetik. Der beste Einstieg in Adornos Gedankenwelt sind meiner Meinung nach die Aufzeichnungen seiner Vorlesungen zur Ästhetik in den 50er und 60er Jahren. Die Vorlesungen, die Adorno in den Jahren 67 und 68, also kurz vor der großen Revolte hielt, sind allerdings nicht im Buchhandel erhältlich. Eine mit der Schreibmaschine getippte, unautorisierte Fassung der Tonbandaufnahmen wurde Anfang der 70er Jahre herausgegeben und ist heute nur antiquarisch zu bekommen. Was vermutlich auch der Grund dafür ist, dass der Band in den Frankfurter Universitätsbibliotheken nicht zu finden ist. Das 100 Seiten umfassende Dokument ist leider sehr unvollständig, was laut Einführung an der schlechten Tonbandqualität liegt. Neben den Vorlesungen enthält der Band außerdem eine musiksoziologische Abhandlung, sowie ein Interview mit Herbert Marcuse nach Adornos Tod.

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